Einstellungsgrößen erklärt – und wie du sie im Prompt formulierst
Einstellungsgrößen sind das Vokabular, mit dem Kameraleute steuern, wie viel von einem Motiv und einer Szene die Kamera einfängt. Von der extremen Totale, die eine weite Landschaft etabliert, bis zur extremen Nahaufnahme, die eine einzelne Träne zeigt – jede Einstellungsgröße trägt emotionales Gewicht und erzählerischen Zweck. Diese Anleitung erklärt alle wichtigen Einstellungsgrößen – EXT, GN, HN, NA, ANS, ENA und mehr – und zeigt dir die genauen Prompt-Formulierungen für Floniks AI Image und AI Video, damit dein Output jedes Mal deiner kreativen Vision entspricht.
Warum Einstellungsgrößen bei der KI-Generierung entscheidend sind
Die Einstellungsgröße ist eines der wirkungsvollsten Signale, die du einem KI-Bild- oder Videomodell geben kannst. Ohne diese Angabe rät das Modell anhand statistischer Mittelwerte – meist entsteht eine generische Halbnahe, leicht zum Motiv geneigt. Indem du die Einstellungsgröße explizit angibst, überschreibst du diesen Standard und kommunizierst gleichzeitig räumliche Komposition und emotionale Wirkung.
Stell es dir so vor: Eine Nahaufnahme eines Gesichts sagt "diese Emotion ist wichtig." Eine extreme Totale sagt "diese Person ist winzig gegenüber der Welt." Keine dieser Anweisungen erfordert eine lange Beschreibung – zwei bis drei Wörter, die an die richtige Einstellungsgröße geknüpft sind, erschließen das Framing sofort. In Floniks AI Image solltest du die Einstellungsbezeichnung an den Anfang deines Prompts stellen, um maximales Gewicht zu erzielen. In Floniks AI Video bestimmt die Einstellungsgröße außerdem, wie sich die Kamera über die gesamte Clip-Dauer zum Motiv verhält – das macht sie doppelt wichtig.
Extreme Totale (ET) und Totale (T)
Die extreme Totale (ET) – auch Establishing Shot genannt – platziert eine Figur so klein im Bild, dass die Umgebung dominiert. Nutze sie, um Ausmaß, Isolation oder Erhabenheit zu etablieren. Prompt-Beispiel: "extreme Totale, einsamer Astronaut in einem rotbrstaubigen Canyon, goldene Stunde, kinematografisch".
Die Totale (T) zeigt die vollständige Figur von Kopf bis Fuß mit etwas Luft um sie herum. Sie vermittelt physischen Kontext, ohne das Motiv zu überwältigen. Prompt-Beispiel: "Totale, Tänzerin in einer leeren Kunstgalerie, natürliches Licht durch Oberlichter, Editorial-Fotografie".
Beide Einstellungen profitieren von expliziten Umgebungsdetails im Prompt, da das Modell mehr Bildfläche füllen muss. Kombiniere sie mit Ortsangaben (Arktische Tundra, belebter Marktplatz, brutalistische Dachterrasse), um den Negativraum zu gestalten. Vermeide Mikrodetails wie Wimpernkräusel oder Gewebestruktur in ET-Prompts – das Modell muss sie auf Vorschaugröße auflösen, was zu Rauschen statt Klarheit führt.
Amerikanische, Halbnahe und Nahe Einstellung
Die amerikanische Einstellung (AE) rahmt das Motiv ab etwa den Knien aufwärts und bewahrt Körpersprache bei gleichzeitigem Umgebungskontext. Sie ist das Arbeitstier des Geschichtenerzählens – ein Charakter läuft durch einen Raum, interagiert mit Requisiten oder führt ein Gespräch.
Die Halbnahe (HN) zeigt ab Taille oder Hüfte bis zum Kopf und ist das klassische Interview- und Dialogframing. Sie balanciert Persönlichkeit und Schauplatz. Prompt-Beispiel: "Halbnahe, Köchin in einer professionellen Küche, Schärfentiefe, warmes Tungsten-Licht".
Die Nahe Einstellung (NA) zeigt von der Brust bis zum Kopf – das klassische Nachrichtensprecher- oder Podcast-Thumbnail-Framing. Sie betont den Ausdruck und behält durch den sichtbaren Kragen noch etwas Kontext. Prompt-Beispiel: "Nahe Einstellung, Porträt Geschäftsfrau, flache Schärfentiefe, weiches Studiolicht, 85mm". Eine Brennweite wie 85mm verstärkt die Kompression, die Betrachter mit dieser Einstellungsgröße verbinden.
Großaufnahme (GN) und Extreme Nahaufnahme (ENA)
Die Großaufnahme (GN) füllt das Bild mit dem Gesicht des Motivs und isoliert den Ausdruck von der Umgebung. Sie ist das primäre Werkzeug für emotionale Intimität. Prompt-Beispiel: "Großaufnahme, verwittertes Gesicht eines älteren Fischers, bedecktes Tageslicht, 50mm, f/1.8". Der Hinweis auf flache Schärfentiefe ist hier fast immer angebracht, da die GN die Trennung vom Hintergrund bezweckt.
Die extreme Nahaufnahme (ENA) geht noch näher heran – ein einzelnes Auge, ein Lippenpaar, Fingerspitzen auf Klaviertasten, das Zifferblatt einer Armbanduhr. Sie erzeugt Intensität, Abstraktion oder fetischistische Aufmerksamkeit fürs Detail. Prompt-Beispiel: "Extreme Nahaufnahme, Auge mit Spiegelung einer brennenden Stadt, 100mm Makro, rasiermesserscharfer Fokus, dramatisches Licht".
Für Produktfotografie auf Floniks ist die ENA unschätzbar: "Extreme Nahaufnahme, Parfümflaschendeckel, metallischer Glanz, Studiohintergrund Weiß, 100mm Makro". In AI Video schafft eine ENA als Eröffnungsaufnahme sofortige Spannung – der Betrachter wird angenehm desorientiert, bevor die Totale den Kontext herstellt.
Spezielle Einstellungen: Zweier, Over-the-Shoulder, POV und Insert
Zweier: Fasst zwei Motive in derselben Komposition zusammen und impliziert eine Beziehung. "Zweier, Paar an einem Cafétisch, flache Schärfentiefe, Nachmittagslicht". Ideal für KI-Avatar-Dialogszenen.
Over-the-Shoulder (OTS): Die Kamera sitzt hinter der Schulter einer Person und schaut auf die andere – erzeugt gesprächsartige Intimität und räumliche Orientierung. "Over-the-Shoulder-Einstellung, Vorstellungsgesprächsszene, Büroumgebung, weiches Hauptlicht".
Point-of-View (POV): Die Kamera übernimmt den tatsächlichen Blickwinkel des Charakters. "POV-Aufnahme, Egoperspektive beim Wandern auf einem Bergpfad, Lensflare, frühmorgendliches Licht". POV ist besonders wirkungsvoll in AI Video für immersive Erlebnisse.
Insert: Eine enge Aufnahme eines narrativ bedeutsamen Objekts – ein Brief, der gelesen wird, ein Telefon, das einen verpassten Anruf anzeigt. "Insert-Aufnahme, Nahaufnahme eines handgeschriebenen Briefes, warmes Kerzenlicht, flache Schärfentiefe, Filmkorn". Inserts eignen sich hervorragend als Cutaway-Aufnahmen in mehrstufigen Floniks-Editor-Workflows.
Einstellungsgröße mit anderen Prompt-Elementen kombinieren
Die Einstellungsgröße entfaltet ihre volle Wirkung, wenn sie den Prompt anführt und durch kompatible technische Hinweise verstärkt wird. Eine Großaufnahme impliziert flache Schärfentiefe – das Hinzufügen von "f/1.4" stimmt die Optik mit der Framingabsicht ab. Eine Totale impliziert ein Weitwinkelobjektiv – "24mm" oder "16mm" vervollständigt das kinematografische Bild. Eine extreme Totale kombiniert sich natürlich mit "goldener Stunde" oder "blauer Stunde", die in dem weiten Negativraum Atmosphäre erzeugen.
Vermeide widersprüchliche Paarungen: "Extreme Nahaufnahme, Ganzkörperporträt" ist in sich widersprüchlich und zwingt das Modell zur Abwägung – meist mit einem mittelmäßigen Kompromissresultat. Entscheide dich stattdessen für eine Einstellungsgröße pro Generierung und verwende mehrknotige Floniks-Editor-Workflows, um verschiedene Framings zu verketten – etwa ein ET-Establishing-Knoten gefolgt von einem GN-Reaktionsknoten – und so eine visuelle Sequenz statt eines einzigen Kompromissframes zu erzeugen.
Praktische Prompt-Vorlage: [Einstellungsgröße] + [Motiv + Handlung] + [Objektiv/Brennweite] + [Licht] + [Stil/Stimmung]. Beispiel: "Nahe Einstellung, junge Wissenschaftlerin betrachtet ein leuchtendes Fläschchen, 85mm, kaltes blaues Laborlicht, Cyberpunk, kinematografisch".
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen einer Halbnahen und einer Nahen Einstellung?+
Eine Halbnahe (HN) zeigt das Motiv grob ab der Taille aufwärts und zeigt mehr vom Oberkörper und der Umgebung. Eine Nahe Einstellung (NA) schneidet näher heran und zeigt ab der Brust aufwärts – näher am Gesicht, mit weniger Umgebungskontext. Beide Begriffe werden von KI-Modellen erkannt. Verwende "Halbnahe" für Dialogszenen, die räumliche Verankerung brauchen, und "Nahe Einstellung" wenn der Ausdruck im Vordergrund steht.
Soll ich die Einstellungsgröße an den Anfang oder das Ende des Prompts stellen?+
An den Anfang. Die meisten KI-Bild- und Videomodelle gewichten Token, die früher im Prompt erscheinen, stärker. Mit "extreme Totale" oder "Großaufnahme" zu beginnen verankert das Framing, bevor das Modell Details zu füllen beginnt. Am Ende steht die Einstellungsgröße Gefahr, von schwereren beschreibenden Elementen in der Mitte des Prompts überschrieben zu werden.
Kann ich mehrere Einstellungsgrößen in einem Prompt kombinieren?+
Vermeide das in einem einzigen Prompt – zwei sich widersprechende Einstellungsbezeichnungen verwirren das Modell und führen meist zu einem mittelmäßigen Standard-Framing. Nutze stattdessen den Floniks Editor, um einen Workflow mit separaten Knoten für jede Einstellungsgröße zu erstellen, sodass jede Generierung eine klare, einzelne Direktive erhält.
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